PRAKTISCHE HINWEISE

Die nachstehend angeführten Informationen stellen eine Zusammenfassung von erlebten Begebenheiten und Erfahrungen dar. Wir als GEA-Team hoffen, dass diese Informationen, die aus den Erlebnissen und Erfahrungen unserer Teammitglieder bei Such- und Rettungseinsätzen, sowie bei der Durchführung menschlicher Hilfe bei Katastrophen zusammengetragen wurden, Ihnen dazu verhelfen, sich auf ein Erdbeben besser vorzubereiten.

TREFFEN SIE MASSNAHMEN, UND BLEIBEN SIE GESUND!
GEA-Such- und Rettungsgruppe

 A. WAS VOR DEM ERDBEBEN ZU TUN IST

• Während des Erdbebens werden Sie keine Zeit zum Nachdenken haben! Planen Sie schon vorher! Führen Sie Übungen durch!

• Den Gedanken “das passiert mir nicht“ sollten Sie vergessen.

• Verschieben Sie Ihre Vorbereitungen nicht.

• Treffen Sie die erforderlichen Maßnahmen gegen eventuelle Verletzungen bei Erdbeben. (Filmbeschichtung gegen Glasbruch, Befestigung bzw. Verschieben von Möbelstücken, die umkippen können, Dekorationsveränderungen usw.)

• Deponieren Sie in der Nähe Ihres Bettes eine Taschenlampe, Schuhe und Wasser.

• Stellen Sie eine Katastrophentasche zusammen, um sich das Leben nach dem Erdbeben zu erleichtern.

• Stellen Sie einen Plan auf, wie Sie mit Hilfe von Verwandten in anderen Städten kommunizieren können, um so mit Ihren Angehörigen zusammenzukommen.

• Bewahren Sie zu Hause und am Arbeitsplatz an angemessenen Stellen Taschenlampen, Akku-Leuchter, Feuerlöscher und Erste Hilfe-Taschen auf.

B. WAS WÄHREND DES ERDBEBENS ZU TUN IST

DAS SOLLTEN SIE TUN:

• Die Ruhe bewahren.

• Ihre Mitmenschen in Ihrem Umfeld warnen. (Ohne panischen Ton in der Stimme!)

• Sich nicht von der Stelle rühren, bis das Beben ausklingt.

• Rollen Sie sich in die Fötus-Position zusammen.

(FÖTUS-POSITION: Es handelt sich dabei um eine Position, bei der man sich auf die Seite legt, den Kopf und beide Knie zum Bauch einzieht, um den Kopf, den Nacken, sowie die Innenorgane zu schützen und Gefahren, die von oben kommen  könnten, zu sehen)

DAS SOLLTEN SIE NICHT TUN:

• In Panik geraten. Sich paralysieren lassen.

• Aus dem Fenster springen.

• Die Mitmenschen durch schrille Schreie warnen. Die eigene Angst auf andere übertragen.

• Rennen und nach außen zu fliehen versuchen.

• Das Treppenhaus nutzen.

• Den Aufzug nutzen.

• Stromschalter betätigen, Feuerzeug, Kerzen und Streichhölzer zünden.

• Zum Balkon hinaus gehen.

In instinktive Panikreaktionen verfallen, wenn Sie sich in Räumlichkeiten mit Menschenansammlungen befinden.
C. WAS NACH DEM ERDBEBEN ZU TUN IST 

•  Bewahren Sie die Ruhe – keine Panik. Stürzen Sie sich selbst und Ihre Angehörigen in keine Gefahr.

•  Überprüfen Sie Ihren eigenen Zustand. Tasten Sie Ihren Körper nach eventuellen Verletzungen ab.

•  Ziehen Sie Schuhe an.

•  Überprüfen Sie den Zustand Ihrer Angehörigen. Bewegen Sie schwer verletzte Personen nicht von der Stelle.

•  Verlassen Sie das Gebäude so schnell wie möglich, und achten Sie dabei auf Folgebeben.

D. WAS ZU TUN IST, WENN MAN VERSCHÜTTET IST

• Nicht wahllos herumschreien. Wenn man in eingestürzten Gebäuden wahllos herumschreit, können Staub und Rauch die Atemwege versperren. Langzeitiges Schreien führt zu Energieverlust und macht die Stimme heiser.

• Sich nicht wahllos bewegen. Bewegen Sie sich erst, wenn Sie einen sicheren Ausgang gesehen haben und wenn Sie nicht verletzt sind.

• Wenn Sie nicht hinausgelangen können, bleiben Sie an der Stelle. Bewahren Sie die Ruhe und seien Sie geduldig; nicht in Panik geraten. Begeben Sie sich in aktive Ruhe und aktiven Schlaf.

• Achten Sie auf die Außengeräusche. Versuchen Sie die von aßen kommenden Geräusche zu hören und zu beantworten.

• Atmen Sie rhythmisch.

• Besänftigen Sie sich selbst, um die Panik unter Kontrolle zu halten. Träumen Sie von Sachen, die Ihre Lebenshoffnung bewahren. Lassen Sie keine negativen Gedanken in Ihr Denken eindringen. Bringen Sie Bilder vor Augen, die Sie gerne haben.

• Wenn auch andere Menschen mit Ihnen verschüttet sind, sollten Sie auch diese besänftigen.

• Suchen Sie in den fortschreitenden Stunden nach einem Gegenstand, mit dem Sie an die Betonblöcke schlagen und Geräusche nach Außen übertragen können.